Zu Unklarheiten der Zinnsammler

Einige Zinnfreunde, vor allem Neulinge, sind unsicher mit typischen Begriffen aus der Welt des Zinns. Was sind bestimmte Unterschiede bei Zinnobjekten?
Hier dazu eine kleine Hilfe zu einigen Fragen:

  • Punze, Marke oder Stempel?

Der Begriff Punze wird vom Punz-Eisen abgeleitet, was die Marke erstellt, ist aber im allgemeinen Gebrauch nichts anderes als Marke oder Stempel.

  • Kanne oder Krug?

Eine Kanne ist ein Gefäß mit Ausguss (Schnaupe, Ausgießer, Schnabel, Schnauze), ein Krug hat dies nicht. Die Größe spielt dabei kaum eine Rolle.

  • Fälschung oder Nachahmung?

Eine Fälschung bei Zinn verfolgt die Absicht, ein Objekt mit Gravuren und ähnlichen Punzen wie echt alt zu wirken und wie von alten Meistern aussehen zu lassen.
Die Nachahmung ist, wenn Objekte zwar nachgebaut werden, aber mit eigenen und neuen (Phantasie-) Punzen gemarkt werden.

  • Jahreszahl in der Marke gleich Herstellungsjahr?

Klares Nein! Jahreszahlen in Punzen sind entweder Jahr der Meisterwerdung oder deuten auf eine Zinnverordnung des Landes (z.B. 1708 in Sachsen), wo die Qualität des Zinns vorgeschrieben wird. Bei Fälschungen und Nachahmungen sind die Zahlen willkürlich gewählt…

  • Ist es wichtig, wo sich eine Marke am Zinngefäß befindet?

Ja, z.B. bei Krügen mit Deckel in der Regel in der Deckelinnenseite (Sachsen, Thüringen u.a.), in einigen Gegenden auch am Henkel. Kannen können je nach Herkunft innen am Boden, am Henkel oder bei neueren Stücken außen am Boden gemarkt sein, Teller innen oder außen. Leuchter u.a. Gefäße, die nicht lebensmittelecht sein müssen, sind seltener gemarkt.

Für weitere Fragen empfehlen wir das „Zinnlexikon“ von Ludwig Mory. Bleibt schön neugierig!